„Margarine ist gesünder als Butter und macht schlank“

Seit langem hält sich dieser Irrtum. Dabei hat Margarine in etwa genauso viele Kalorien und Fett wie Butter.

Margarine muss laut der EG-Verordnung Nr. 2991/94 (EG-Streichfettverordnung) mindestens 80%, aber höchstens 90% Fett enthalten. Butter besteht zu mindestens 82% aus Fett und höchstens 16% aus Wasser. Die Unterschiede halten sich also in Grenzen.

Allerdings gibt es ein breites Margarinesortiment. Dort findet man neben der Standardmargarine auch fettreduzierte Varianten, die dann je nach Bezeichnung entsprechend weniger Fett enthalten (Halbfett, Dreiviertelfett u.ä.). Diese Varianten haben zwar weniger Kalorien als normale Butter, machen aber dennoch nicht zwangsläufig schlank. Die eingesparten Kalorien werden in der Regel an anderen Stellen wieder aufs Brot geschmiert. Außerdem: die Bezeichnung „Diät“-Margarine weist nicht auf einen verminderten Fettgehalt hin, sondern auf die Verwendung als diätetisches Lebensmittel im Rahmen einer Erkrankung. Diese Margarine zeigt z.B. einen vergleichsweise hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren auf oder ist natriumarm.

Margarine wird durch Härtung meist pflanzlicher Fette erzeugt. Zu den wichtigsten Fetten gehören Baumwollsaatöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl, Erdnussöl, Rapsöl, Maiskeimöl, Kokosfett, Distelöl sowie Rinder- oder Schweineschmalz. Dazu werden neben Pflanzenölen, Wasser, Aromen, Milch, Salz und Vitaminen auch Emulgatoren verwendet, die ein Aufbrechen der Wasser-in-Öl-Emulsion verhindern. Im Anschluss wird noch mit Beta-Carotin oder Bixin gefärbt.

Früher sind beim Herstellungsprozess von Margarine sogar viele arterienschädigende Trans-Fettsäuren entstanden. In der Regel ist das heute nicht mehr so. Dennoch ist aus ernährungsphysiologischer Sicht der Margarineverzehr nicht unbedingt empfehlenswert, da es sich um ein industriell hergestelltes, stark verarbeitetes Produkt mit vielen Zusätzen handelt, dass geschmacklich meist nicht mit Butter mithalten kann. Bei Butter hingegen ist der gesetzliche Rahmen sehr eng und es ist ein wenig verarbeitetes Lebensmittel, da lediglich der Zusatz von Beta-Carotin erlaubt ist.