Ernährungsmythen

Ernährungsmythos 4: Spezielle Kindermilch ist besser als herkömmliche Kuhmilch!

Falsch: Die sogenannte Kindermilch, die speziell für die Ernährung ab dem ersten Lebensjahr verkauft wird,  ist eine Mischung aus Magermilch, Maltodextrin, pflanzlichen Ölen, Zusatzstoffen und Aromen, der Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt wurden.

Die Hersteller werben unter anderem mit einem höheren Gehalt an Eisen, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und einem geringeren Eiweißgehalt. So verspricht uns die Werbung ein Produkt, welches „optimal auf die Bedürfnisse des Kleinkindes abgestimmt“ und „gesünder als Kuhmilch“ sein soll. Aber die Ernährungswissenschaftler bleiben sich einig: Spezielle Kindermilch ist nicht besser als Kuhmilch. Im Gegenteil, durch die Anreicherung mit Vitaminen und Mineralstoffen besteht die Gefahr einer unkontrollierten Erhöhung der Aufnahme bestimmter Nährstoffe, während andere zu wenig aufgenommen werden.

So ist Milch in der Kinderernährung eine wichtige Calciumquelle. Kindermilchen weisen aber oft einen um ein Drittel geringeren Calciumgehalt auf als herkömmliche Kuhmilch. Auf der anderen Seite hat Kuhmilch zwar einen geringeren Eisengehalt. Da wir aber Eisen vor allem über Getreideprodukte, Gemüse und Fleisch aufnehmen, ist ein Zusatz in der Milch unnötig. Auch die anderen beworbenen Inhaltsstoffe nehmen wir über eine abwechslungsreiche Kost in ausreichender Menge auf.

Weiterhin ist die Aromatisierung kritisch zu betrachten. Die Hersteller werben mit einem angenehmeren Geschmack, den die Kleinen bevorzugen würden. Kinder gewöhnen sich jedoch schnell an die Süße und das Vanillearoma. Dadurch fällt es ihnen schwer zukünftig  „normale“ Speisen anzunehmen. Im Übrigen trinken die meisten Kinder gerne Kuhmilch.

Fazit: Kindermilch hat außer einer guten Marketing-Strategie nicht viel zu bieten und ist keinesfalls besser als herkömmliche Kuhmilch.

Ernährungsmythos 3:  „Natürliches Aroma“ heißt es stecken echte Früchte drin!

Falsch: Leider verbergen sich hinter dem Begriff „natürliches Aroma“ keine echten Früchte. Das heißt lediglich, dass die verwendeten Aromastoffe aus tierischen oder pflanzlichen Quellen gewonnen wurden. Hier kommen verschiedene Gewinnungsverfahren zum Einsatz. Neben Extraktion oder Destillation können Aromen auch durch Mikroorganismen wie Bakterien oder  Pilze produziert werden, wenn diese auf geeigneten Nährböden gezüchtet werden, z.B. Himbeeraroma aus Zedernholz.

Schaut man sich im Supermarkt einmal genauer um, findet man in nahezu  jedem Lebensmittel Aromen zugesetzt. Das liegt zum einen daran, dass z.B. die Welterdbeerproduktion nicht ausreichen würde, um genug Erdbeerjoghurts für den deutschen Markt zu produzieren. Zum anderen ermöglichen Aromen der Industrie eine kostengünstigere Produktion. Teure geschmacksgebende Inhaltsstoffe können durch günstige ersetzt werden. Außerdem sind Aromen in der Regel stabiler, d.h. die Moleküle werden nicht durch Hitze, Kälte oder langes Lagern zerstört, sodass damit aromatisierte Produkte lange einen gleichbleibenden Geschmack aufweisen.

Aromen können aber unsere Geschmackempfindungen verfälschen. Der Geschmack einer Erdbeere wird durch mehrere Hundert unterschiedliche Komponenten beeinflusst, sie schmeckt z.B. je nach Reifegrad und Sorte süßer oder fruchtiger. Diese unterschiedlichen Geschmackserlebnisse trainieren unseren Geschmack. Erdbeeraroma hingegen schmeckt immer gleich, meist intensiv und künstlich.

Schöne Bilder frischer Früchte oder anderer wertgebender Zutaten sollten zu einem kritischen Blick auf die Zutatenliste führen. Aber Vorsicht: Lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass Aroma meist zuletzt genannt wird.  Die Inhaltsstoffe werden zwar in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile aufgeführt. Aromen sind aber sehr ergiebig, ein Tropfen reicht schon aus, um riesige Mengen zu aromatisieren.

Wie wär`s denn mal mit einem Experiment für Ihre Geschmacksnerven: Verzichten Sie doch einmal eine Woche konsequent auf alle zugesetzten Aromen.

Zur Gesetzgebung: Nach europäischem Recht wird seit Januar 2011 nicht mehr zwischen naturidentischem und künstlichem Aroma unterschieden. Beide werden zukünftig als „Aroma“ angesehen. Steht in der Zutatenliste lediglich Aroma, kann der Verbraucher davon ausgehen, dass es sich um synthetisch hergestellte Aromastoffe handelt. Bei Aromen, die natürlichen Ursprungs sind, darf dies mit dem Zusatz „natürlich“ gekennzeichnet werden. Wird der Name der Frucht oder des Geschmacksgebenden Inhaltsstoff in der Bezeichnung angegeben müssen mindestens 95 % des Aromas aus dieser Substanz stammen z.B. natürliches Erdbeeraroma wird zu 95 % aus Erdbeeren gewonnen. Allerdings dürfen 5 % auch anderen Ursprungs sein.

Ernährungsmythos 2: Um abzunehmen muss man möglichst wenig essen!

Falsch: Ein klassisches Diätprogramm bringt unseren Körper in eine Notlage, die sein Stoffwechselverhalten verschlechtert. Zwar ermöglichen solche radikalen Methoden schnell ein paar Pfunde loszuwerden, leider handelt es sich dabei aber nicht um das unliebsame Körperfett, sondern meist um Wasser oder Muskelmasse.  Sobald wir wieder in die alten Gewohnheiten zurückkehren, legen wir schnell wieder an Gewicht zu.

Daneben sind radikale Diäten eine Möglichkeit sich in Rekordzeit die Gesundheit zu ruinieren: sie rufen oft Mangelerscheinungen – etwa an Energie, Mineralstoffen, oder Vitaminen – hervor, die dann zu Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Depressionen führen können.

Übrigens: Um ein Kilogramm Körperfett zu verbrennen, müssen 8.000 bis 10.000 kcal eingespart werden. Besser ist es deshalb, sein Körpergewicht langsam zu reduzieren. Mit einer geschickten Kombination von Lebensmitteln kann durchaus viel gegessen werden, ohne zu viele Kalorien aufzunehmen. Damit purzeln unliebsame Pfunde fast von allein.

Ernährungsmythos 1: Dunkle Schokolade hat weniger Kalorien als Vollmilchschokolade!

Falsch: Egal ob Zartbitter-, Vollmilch- oder weiße Schokolade, der Kaloriengehalt ist bei allen nahezu gleich. Eine 100 g Tafel liefert zwischen 520 – 560 kcal, also in etwa so viel wie eine Hauptmahlzeit oder 1,75 kg Erdbeeren. Zum Abnehmen macht es folglich keinen Unterschied, ob man sich hin und wieder ein Stückchen helle oder dunkle Schokolade gönnt.

Jede Schokolade besteht aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker. Milchschokolade enthält mehr Milchpulver oder Sahne. Dadurch schmeckt sie weicher, vollmundiger und fetter. Dunkle Schokolade hingegen schmeckt herber und intensiver, weil sie mehr fetthaltige Kakaomasse enthält. Dennoch kann dunkle Schokolade gesundheitlich punkten. Durch den höheren Kakaoanteil ist die Lust nach Schokogeschmack rascher befriedigt. Außerdem enthält sie mehr krankheitsvorbeugende sekundäre Pflanzenstoffe.